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Von Amsterdam nach Brüssel

Von Amsterdam nach Brüssel

 

Einleitung

 

Velo-Ferien in den Niederlanden! Für mich eine Never-ending-Story! Seit 2008 bin ich Jahr für Jahr in den Niederlanden mit dem Fahrrad unterwegs, immer im Frühling zwischen April und Juni. Und obwohl ich inzwischen fast alle Landesteile ausgiebig erkundet habe, gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Die Niederlande sind inzwischen mein absolutes Lieblingsland geworden; zwischen meinen Reisen büffle ich kräftig Niederländisch und durch den Kontakt zu Niederländern in der Schweiz und auf meinen Reisen habe ich die Niederländische Mentalität in mich aufgesogen und bin so als Schweizer zu einem halben Niederländer geworden.

So, genug gequatscht! Ich habe von meinen Niederlande-Reisen jene ausgesucht, die mir noch heute in bester Erinnerung ist und daraus den folgenden Reisebericht erstellt. Ausser in den Niederlanden war ich damals im Frühling 2009 auch noch im flämischen Teil Belgiens unterwegs, ich fuhr nämlich von der Niederländischen in die Belgische Hauptstadt. Jedoch nicht auf dem direkten Weg, sondern dort, wo die Landschaft und die Städte am schönsten sind! Doch seht am besten selbst!

 

1. Tag: Ankunft in Amsterdam

 

Wie üblich nehme ich den Nachtzug City-Night-Line ab Basel bis nach Amsterdam. Und wie üblich kommt er mit rund einstündiger Verspätung in Amsterdam an. Allerdings muss ich diesmal die Niederländische Staatsbahn in Schutz nehmen, war unser Zug doch bereits in Köln massiv verspätet.

Ich werde in Amsterdam von herrlichem Wetter begrüsst, es ist absolut wolkenlos! Natürlich hält es mich nicht lange im Bahnhof; ich schiebe mein Fahrrad hinaus auf den Bahnhofplatz und mache mich auf zu einer ersten Stadtrundfahrt, die mich zum Hafen, entlang der Mauritskade und vorbei am Rijksmuseum zum Vondelpark führt. Dort sehe ich die ersten blühenden Tulpen dieser Reise. Es sollten wahrhaftig nicht die letzten bleiben! Danach radle ich wie schon so oft vergnügt durch den Grachtengürtel. Das ist einfach immer wieder ein eindrückliches Erlebnis!

 

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Die Windmühle an der Mauritskade

 

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Pavillon im Vondelpark

 

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An der Prinsengracht

 

Nach einem kurzen Imbiss in einer Mc Donalds-Filiale suche ich mein Hotel am Prins Hendrikplein auf, wo ich bereits vorgängig ein Zimmer reserviert habe. Obwohl ich mich an der Reception auf Niederländisch vorstelle, bedient mich der Angestellte konsequent auf Englisch und beantwortet auch meine auf Niederländisch formulierten Fragen auf Englisch. Na ja, in den Amsterdamer Hotels ist eben Englisch die üblich Umgangssprache…

So, jetzt ist erstmals Siesta angesagt. Gegen Abend geht’s dann aber natürlich noch einmal raus. Ich fahre den Damrak hinunter zum Dam, weiter durch den Rokin zum Muntplein und zum Stopera. Die Amsterdamer sind als sparsame Menschen bekannt und als in den 1980er Jahren Bedarf war nach einem neuen Operngebäude und einem neuen Rathaus (stadhuis), kombinierten sie es zu einem Gebäude. Die Stopera entstand, ein modernes, flaches, rundliches Gebäude am Waterlooplein an der Amstel. (Übrigens: die beiden O in Waterloo werden korrekterweise als langes O ausgesprochen und nicht als U, auch wenn es ABBA so singt. Waterloo ist ein kleines Kaff bei Brüssel, wo Napoleon seine entscheidende Niederlage erlitt).

Weiter geht es, vorbei am Schifffahrtsmuseum zum Oude Schans, wo der Blick frei wird auf den Montelbaanstoren. Dieser Turm wird auch Malle Jaap genannt (mall = niederl. verrückt). Dies, weil das Läutwerk des Turms früher offenbar zu den unmöglichsten Zeiten zu läuten begann.

 

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Oude Schans mit Montelbaanstoren

 

Nun wird es langsam finster. Die beleuchteten Bogenbrückchen und Türme faszinieren mich jedesmal, wenn ich in Amsterdam bin. Diesmal suche ich mir eine Fotostelle an der Geldersekade aus. Das Bild zeigt die Sicht über den Kanal zur Waage. Im Hintergrund ist noch der Turm der Zuiderkerk zu erkennen.

 

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Geldersekade

 

Danach geht es zurück ins Hotel und ab ins Bett. Aber nicht, ohne zuvor das Fahrrad noch gut und mehrfach an einen Laternenpfahl gekettet zu haben. Der Fahrradklau in Amsterdam ist exorbitant!

Und dann: Gute Nacht! Oder wie die Niederländer sagen: Welterusten!

 

Technische Daten dieser Etappe:

Fahrradkilometer: ca. 20 (innerstädtisch), flach

 

 

2. Tag: Amsterdam – Hoorn

 

Nachdem ich gefrühstückt und aus dem Hotel ausgecheckt habe, fahre ich noch einmal via Dam an den Blumenmarkt am Singel. Dort gibt es das ganze Jahr hindurch ein farbenprächtiges Blumenmeer zu bestaunen. Aber auch andere Dinge sind dort zu erwerben; besonders das Cannabis-Starterkit sticht mir ins Auge. Ich spiele noch mit dem Gedanken, solch ein Beutel für 3 Euro zu kaufen, lasse es dann aber vernünftigerweise doch sein. Hätte sonst u.U. zu Deklarationsschwierigkeiten am Zoll führen können…

 

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Am Blumenmarkt

 

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Cannabis-Starterkit

 

So, jetzt geht es aber hinaus aus der Stadt! Ich verlasse Amsterdam ostwärts, überquere het IJ in bin in kürzester Zeit mitten auf dem Land. Watvögel bevölkern das feuchte Land und vor mir taucht ein altes Fischerdörfchen auf: Durgerdam am Markermeer. Seit dem Niedergang der Fischerei rund um die ehemalige Zuiderzee, ist in dem Dörfchen kaum mehr etwas los. Arbeit gibt es kaum, viele der gepflegten kleinen Häuschen an der Dorfstrasse stehen zum Verkauf.

 

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Durgerdam

 

Ich radle weiter nach Uitdam. Der Fietspad (Radweg) verläuft auf dem Deich, der Blick schweift rechts über das Markermeer, links über weite Wiesen und Feuchtgebiete. Das Wetter ist inzwischen wunderschön, nachdem früh morgens noch etwas Nebel über dem Land gehangen hat. Auch Uitdam ist ein kleines Dörfchen am Ufer des Sees.

 

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Häuschen in Uitdam

 

Etwas weiter nördlich komme ich an die Verzweigung, wo ich rechts in Richtung Halbinsel Marken weiterfahren könnte oder links in Richtung Monnickendam. Marken ist sehr empfehlenswert, neben einem kleinen Städtchen mit einem niedlichen Hafen gibt es dort kleine Siedlungen, einige Häuschen, die mitten in der Landschaft zusammenstehen; sogenannte Werven. Die Gebäude stehen zum Schutz vor Überschwemmungen etwas erhöht auf Pfählen. Am äussersten Zipfel der Halbinsel gibt es ausserdem einen hübschen kleinen Leuchtturm.

Da ich Marken jedoch bereits im Vorjahr besucht habe, verzichte ich diesmal darauf und radle weiter nach Monnickendam. Vorher mache ich aber noch einen Selbstauslöser von meinem Velo und mir am Rande des Fietspad.

 

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Meine Wenigkeit in der Niederländischen Landschaft

 

So, ich erreiche Monnickendam. Wieder ein ehemaliges Fischerstädtchen, aber doch bedeutend grösser und belebter als Durgerdam und Uitdam. Mitten im Ort steht die Waage; ein Gebäude, in welchem die Händler im Mittelalter ihre Waren gegen Entgelt wägen mussten, bevor sie sie auf dem städtischen Markt verkaufen durften. Dahinter ragt der reich verzierte Speeltoren in die Höhe, ein Turm, der regelmässig ein hübsches Glockenspiel von sich gibt.

 

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Waage und Speeltoren in Monnickendam

 

Mein Weg führt mich weiter am Ufer des Markermeeres nach Volendam. Wiederum ein ehemaliges Fischerstädtchen, das sehr idyllisch wäre, wären da nicht die vielen Touristen, die autobusweise aus Amsterdam hierher gekarrt werden und sich ihren Weg an der Hafenpromenade entlang bahnen. Ich entschwinde daher schon bald zwischen zwei Häusern in Richtung Zentrum des Städtchens. Hier ist es auf einen Schlag ruhig. Die Touristenströme konzentrieren sich fast ausschliesslich auf den Hafen.

 

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Hafenpromenade in Volendam

 

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Im Zentrum von Volendam. Ausser meinem Fahrrad ist niemand unterwegs.

 

Nachdem ich mir einen kleinen Imbiss genehmigt habe, verlasse ich Volendam in Richtung Westen und radle hinüber nach Edam, das nur einen Steinwurf entfernt liegt. Edam ist natürlich bekannt für seinen Käse, aber auch die hübsche Altstadt ist sehenswert. Ähnlich wie in Monnickendam gibt es auch hier einen Speeltoren, der regelmässig Melodien spielt.

 

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Die Ziehbrücke „de Kwakelbrug“ in Edam, im Hintergrund der Speeltoren

 

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Am Käsemarkt in Edam

 

Bald mache ich mich wieder auf den Weg. Es ist bereits Nachmittag und ich muss heute noch Hoorn erreichen, das gut 20 Kilometer nördlich am Markermeer liegt. Ich steige also wieder auf mein Rad und folge der Nebenstrasse, die der Küste des Markermeers folgt. Leider liegt das Strässchen hinter dem Deich, so dass mir die Sicht hinaus aufs Markermeer verwehrt bleibt. Ab und zu halte ich jedoch an, um den Deich zu besteigen und die Aussicht zu geniessen.

Bei Schardam mache ich noch einen Abstecher zur nahe gelegenen Eisenbahnstrecke. Als Eisenbahnfan muss ich natürlich auch noch das eine oder andere Foto der Niederländischen Staatsbahn nach Hause bringen!

 

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Nahverkehrszug zwischen Hoorn und Purmerend

 

Kurz vor 17 Uhr erreiche ich Hoorn. Ich checke in meinem Hotel ein und ruhe mich ein bisschen aus, bevor ich mich auf einen Stadtrundgang mache. Hoorn ist ein altes Seefahrerstädtchen, von wo aus früher immer wieder Seefahrer starteten, um erfolgreich die Welt zu erkunden. Haben Sie sich schon einmal gefragt, weshalb die Südspitze Südamerikas Kap Hoorn heisst? Sie wurde erstmals von Holländern umsegelt und benannten sie nach ihrer Heimatstadt: Hoorn.

Von den glorreichen Seefahrerzeiten ist auch heute in Hoorn noch viel zu sehen. Prunkvolle alte Häuser stehen im Zentrum, die von den reichen Kaufleuten zeugen, die hier einst durch den Handel mit wertvollen Gütern aus dem Orient ein Vermögen erzielt haben.

 

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Die Waage in Hoorn

 

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Der Hafen in Hoorn mit dem halbrunden Hoofdtoren und der prunkvollen Häuserzeile

 

Das Bild von der nächtlichen Szenerie am Hafen ist das letzte Foto des Tages. Danach geht es zurück ins Hotel und ab ins Bett.

 

Technische Daten dieser Etappe:

Fahrradkilometer: 56, flach

 

 

3. Tag: Hoorn – Haarlem

 

Erneut kündigt sich ein wunderschöner, sonniger Tag an. Schnell frühstücke ich und verlasse das Hotel.

Zuerst zieht es mich noch einmal in den Hafen, wo ich den Hoofdtoren nochmals bei Tag in der schönsten Morgensonne ablichte. Danach fahre ich zum Bahnhof.

 

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Hafen mit Hoofdtoren in Hoorn

 

Auf der ansonsten stillgelegten Bahnstrecke von Hoorn nach Medemblik verkehrt im Sommerhalbjahr regelmässig ein Dampfzug, und den will ich heute mit dem Fahrrad durch die schöne flache Landschaft begleiten.

Als ich den Bahnhof erreiche, steht der Dampfzug schon da und nimmt gerade einige Passagiere auf. Ich mache einige Fotos und radle danach nach Wognum. Dort wird der Dampfzug seinen ersten Halt einlegen.

Kurz bevor der Zug Wognum erreicht, muss er einen unbewachten Bahnübergang queren. Langsam nähert sich der Zug der Strasse, dann springt auf einmal jemand vom Zug, stellt sich mitten auf die Strasse und hält mit einer Fahne den Verkehr auf, damit der Zug passieren kann. Man fühlt sich regelrecht in alte Zeiten zurückversetzt!

 

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Der Dampfzug quert eine Strasse bei Wognum

 

Nun radle ich durch die Landschaft in Richtung Oostwoud. Auf einmal tauchen wunderbare, in leuchtenden Farben strahlende Tulpenfelder vor mir auf. Es ist ein traumhafter Anblick!

Bei Oostwoud begegne ich erneut dem Dampfzug und halte ihn wieder auf einem Foto fest.

 

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Tulpenfeld bei Oostwoud

 

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Dampfzug bei Oostwoud

 

Es geht weiter in Richtung Medemblik. Doch auf einmal habe ich nun den Wind gegen mich. Trotz grösstem Kraftaufwand komme ich nur noch im Schritttempo vorwärts und muss regelmässig anhalten, um kurz zu verschnaufen. Der Wind ist generell in den Niederlanden beim Radeln ein Thema und kann einem eine Radreise ganz schön vermiesen, wenn er immer von vorne kommt.

Als ich Medemblik erreiche, steht der Dampfzug schon im Bahnhof. Dieser liegt direkt an der IJsselmeerküste. Auf der anderen Seite des Deiches wartet schon das Schiff, das die Reisenden des Dampfzuges nach Enkhuizen bringt.

 

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Das Schiff „Friesland“ steht bereit in Medemblik

 

Wenig später postiere ich mich bei der Windemühle „de Herder“ und fotografiere den Dampfzug, der Medemblik wieder in Richtung Hoorn verlässt.

 

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Der Dampfzug verlässt Medemblik

 

Nun schaue ich mir noch das Städtchen ein bisschen genauer an. Auch Medemblik besitzt eine hübsche historische Innenstadt. Das bekannteste Wahrzeichen ist aber wohl das Schloss Radboud, das unten am Hafen steht.

 

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Das Schloss Radboud in Medemblik

 

Am Hafen genehmige ich mir einen kleinen Imbiss, dann breche ich auf in Richtung Enkhuizen, welches etwa 20 Kilometer südöstlich von hier liegt. Erst fahre ich der Küste des IJsselmeers entlang und biege dann bei Wervershoof ins Landesinnere ab. Die Fahrt führt mich durch weitläufige, weitgehend landwirtschaftlich genutzte Landschaft. Ich passiere eine Windmühle und komme dann aus dem Staunen nicht mehr heraus, als ich bei Hoogkarspel ein gigantisches blühendes Tulpenfeld erreiche, mit roten und pinkfarbenen Blüten. Es sieht einfach nur gigantisch aus!

 

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Tulpenfeld bei Hoogkarspel

 

Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Enkhuizen, ein kleines altes Städtchen am IJsselmeer. Ich radle ein bisschen durch das Städtchen, entlang der verschiedenen Hafenpromenaden und zum Drommedaris, einem dicken Turm, der die Einfahrt zum Innenhafen bewacht.

 

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Hafenpromenade in Enkhuizen

 

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Drommedaris

 

Die bekannteste Sehenswürdigkeit von Enkhuizen ist bestimmt das Zuiderzeemuseum. Dies ist ein Freilichtmuseum, in welchem viele Häuser und andere Bauwerke aus dieser Gegend um 1900 bestaunt werden können, in welchem die salzige Zuiderzee noch regierte und die Fischerei der wichtigste Wirtschaftszweig war. Nach der Fertigstellung des Abschlussdeichs 1932 versüsste das Gewässer, es entstanden das IJsselmeer und das Markermeer.

Wenn man das Zuiderzeemuseum besucht, wird einem bewusst, wie hart das Leben damals hier war. Schauspieler imitieren das damalige Leben der Menschen.

 

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Zuiderzeemuseum: Marker Hafen

 

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Zuiderzeemuseum: Altes Städtchen

 

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Zuiderzeemuseum: Strässchen in Fischerdörfchen

 

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Zuiderzeemuseum: Kalkbrennerei und Seegrastrocknerei

 

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Zuiderzeemuseum: Blick in Wohnhaus vermögender Menschen

 

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Zuiderzeemuseum: Blick auf Fischerhüttchen und aufgehängte Netze

 

Gegen 17 Uhr verlasse ich das Zuiderzeemuseum wieder und steige aufs Velo. Jetzt geht es zurück auf direktem Weg in Richtung Hoorn, wobei ich erneut einige blühende Tulpenfelder passiere.

Nach gut einer Stunde habe ich die 15 Kilometer hinter mich gebracht. Am Bahnhof besteige ich den Zug und fahre nach Haarlem, wo ich ein Hotelzimmer reserviert habe.

Mein Hotel liegt exakt gegenüber der mächtigen Sint-Bavokerk im Zentrum von Haarlem. Auf dem grossen Platz daneben ist ein Jahrmarkt im Gang und ich frage mich bereits, wie ruhig die Nacht wohl werden wird.

Nach einer kurzen Verschnaufpause gehe ich abends noch einmal hinaus ins nächtliche Haarlem. Die Innenstadt ist sehr hübsch, mit einigen prunkvollen alten Häusern entlang des Flusses Spaarne, der sich durch die Stadt schlängelt. Ich mache noch ein paar Fotos und kehre dann zum Hotel zurück.

 

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Haarlem an der Spaarne

 

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Amsterdamse Poort in Haarlem

 

Ach ja, trotz dem Rummelmarkt: Ich habe geschlafen wie ein Stein!

 

Technische Daten dieser Etappe:

Fahrradkilometer: 68, flach

Eisenbahnkilometer: ca. 70

 

 

4. Tag: Haarlem – `s Gravenhage

 

Obwohl das Wetter heute ein wenig bedeckt ist, frühstücke ich schon früh und verlasse danach das Hotel. Das erste Teilstück meiner heutigen Reise bis nach Hillegom lege ich mit dem Zug zurück, dann geht es per Fahrrad weiter.

Ich bin hier mitten auf dem „Bollenstreek“, jenem Teil Hollands, wo besonders viele Blumen auf grossen Feldern angebaut werden. So säumen auch heute wieder farbenprächtige Tulpenfelder meinen Weg. Mitten in diesem Farbenmeer liegt der Keukenhof bei Lisse, die grösste Blumenausstellung der Welt. Und dort zieht es auch mich jetzt hin!

Nach einer kurzen Fahrt ab dem Bahnhof Hillegom erreiche ich den Keukenhof und stelle mein Fahrrad ab. Die Schlangen vor den Kassen interessieren mich nicht, da ich mein Ticket bereits zu Hause im Internet gekauft habe. Ja, und dann geht ein herrlicher Spaziergang los, durch einen Park, der in allen Farben strahlt. Doch da Bilder mehr sagen als tausend Worte, folgen hier ein paar Bildimpressionen:

 

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Nach einem Mittagsimbiss und mit einem Souvenir unter dem Arm verlasse ich den Keukenhof wieder und besteige wieder mein Rad. Das Wetter wird nun immer schöner und die Sonne bricht durch die Wolken, während ich bei der ehemaligen Station Lisse die Bahnstrecke und den Kanal überquere und dann in Richtung Leiden weiterradle.

Bei Voorhout verlasse ich das Nebensträsschen und biege auf die Hauptstrasse ein in Richtung Leiden. Wie üblich in den Niederlanden gibt es auch hier einen von der Hauptstrasse abgetrennten Radweg. Nicht weit von hier gibt es wieder einmal ein Foto von einem Kanal und einer Windmühle daneben.

 

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Kanal und Windmühle bei Voorhout

 

Etwa um 14 Uhr erreiche ich die Agglomeration Leiden und fahre gleich hinein ins historische Zentrum. Bei der Kornbrücke stelle ich mein Fahrrad ab und schlendere durch die von kleinen Kanälen durchzogene Altstadt.

Mitten im Zentrum gibt es einen künstlich aufgeschütteten Hügel mit einer kleinen Festung darauf, welche man besuchen kann. Sie heisst „de Burcht“. Von hier hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt.

 

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Am Galgewater in Leiden

 

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Kornbrücke

 

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Burcht

 

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Aussicht von der Burcht

 

Nun verlasse ich Leiden langsam wieder in südlicher Richtung. In Zoeterwoude gibt es eine richtige Veloumfahrung; der Radweg führt aussen am Dorf vorbei. Ich bin ziemlich zügig unterwegs und überhole trotz Gepäck einige andere Radfahrer. Bei Stompwijk halte ich mich rechts und radle weiter in Richtung Leidschendam.

Kurz vor 16 Uhr erreiche ich eine weitere bekannte Sehenswürdigkeit: die drei Windmühlen von Leidschendam. Es ist ein sogenannter „Molendriegang“, das heisst, die drei Windmühlen sind als Poldermühlen in Serie geschaltet. Poldermühlen wurden gebraucht, um Wasser zu pumpen und Gebiete trockenzulegen.

 

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Die drei Windmühlen von Leidschendam

 

So, nun geht es weiter durch Leidschendam in Richtung Den Haag.

 

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Zentrum von Leidschendam

 

In Den Haag checke ich als erstes einmal in mein Hotel ein, wo ich mich etwas ausruhe. Auf dem Bett liegt ein Brief, in welchem ich informiert werde, dass zur Zeit gerade Friedensgespräche zwischen Völkergruppen aus dem Sudan in Den Haag stattfinden und eine Sudaneser Delegation im gleichen Hotel nächtigt. Ausserdem werde ich um Verständnis und Toleranz gebeten, da viele dieser Menschen noch nie in einem westlichen Hotel logiert hätten und die entsprechenden Gepflogenheiten nicht kennen würden. Na ja, mal schauen, was kommt!

Gegen Abend breche ich noch einmal auf, wobei ich das Velo diesmal im Ständer lasse. Ich nehme die Strassenbahn nach Scheveningen, überquere den Deich und gehe hinunter an den Strand. Die Nordsee brandet mir entgegen, die Sonne steht nur noch wenig über dem Horizont. Ich setze mich hin und werde Zeuge eines gigantischen Sonnenuntergangs.

 

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Sonnenuntergang am Strandbad Scheveningen

 

Als ich ins Hotel zurückkehre, sehe ich die Sudanesen im Aufenthaltsraum zusammen sitzen und Wasserpfeife rauchen. Ich schmunzle und begebe mich auf mein Zimmer.

Ach ja, haben Sie sich gewundert, wo `s Gravenhage liegt, das Sie in der Überschrift dieses Tages gelesen haben? Dies ist eigentlich der offizielle Namen jener Stadt, in der ich heute nächtige. Den Haag ist lediglich die Kurzform, die sich aber doch durchgesetzt hat, weil Den Haag international sehr bekannt ist und das Wort `s Gravenhage (sprich: s-Chrafenhache) für Nicht-Niederländer doch ein ziemlicher Zungenbrecher sein dürfte…

 

Technische Daten dieser Etappe:

Fahrradkilometer: 62, flach

Eisenbahnkilometer: ca. 10

 

 

5. Tag: Den Haag – Zierikzee

 

Wieder bin ich einmal mehr früh auf dem Rad und verlasse Den Haag südwestwärts. Mein erstes Ziel heisst Hoek van Holland. Das Wetter ist traumhaft und bald schon finde ich mich in einer weitläufigen Dünenlandschaft wieder. Es sieht herrlich aus und auch furchterregende Ortsnamen wie Monster trüben meine Stimmung nicht.

Hier in diesem Gebiet gibt es enorm viele Gewächshäuser; man sagt, dass rund die Hälfte der Fläche im Gebiet Westland, zwischen Den Haag und dem Rotterdamer Hafen, davon bedeckt ist. Deshalb wird dieses Gebiet auch „Land unter Glas“ genannt.

 

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Dünen in Westland

 

Gegen halb zwölf Uhr erreiche ich Hoek van Holland, rund 20 Kilometer westlich von Rotterdam. Hier mündet der Kanal Nieuwe Wa­terweg, der den Rotterdamer Hafen mit der Nordsee verbindet, ins Meer. Hier beginnen auch die Hafenanlagen, die sich dann beidseits des Kanals bis ins Zentrum von Rotterdam hin­ein ziehen. Deshalb müssen auch alle Schiffe, die in den Hafen von Rotterdam einfahren oder ihn verlassen, hier vorbei fahren. So hat man hier die Gelegenheit, riesige Frachtschiffe zu sehen.

Ich setze mich hier ans Ufer des Kanals und beobachte die Frachtschiffe, die kommen und gehen.

 

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Frachter passiert Hoek van Holland in Richtung Rotterdamer Hafen

 

Kurz nach zwölf Uhr besteige ich den Zug nach Rotterdam, versorge mich dort mit einem Mittagsimbiss und nehme danach einen anderen Zug, der mich nach Bergen op Zoom in der Provinz Noord-Brabant bringt.

Bergen op Zoom hat einen wunderschönen, grossen Marktplatz mit schönen Gebäuden. Der Kirchturm wird von den Einheimischen wegen seiner etwas eigenwilligen Form auch „Peperbus“ (Pfefferstreuer) genannt.

 

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Marktplatz Bergen op Zoom

 

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Sint-Gertrudiskerk in Bergen op Zoom

 

Kurz vor drei Uhr nachmittags mache ich mich auf die letzte Etappe des heutigen Tages. Sie führt mich etwa über 40 Kilometer bis nach Zierikzee, einer Stadt auf der zeeländischen Insel Schouwen-Duiveland. Noch immer ist es wolkenlos; herrliches Wetter zum Radeln, vor allem, wenn man noch von kräftigem Rückenwind profitieren kann. So rattert mein Fahrrad fast von alleine über die kopfsteingepflasterten Fietspaden.

Ich passiere Halsteren und folge dann immer dem Schelde-Rijnkanaal. Bei Sint-Philipsland biege ich auf den Philipsdam ein, der mich zum Grevelingendam bringen wird, über den ich dann wiederum die Insel Schouwen-Duiveland erreichen kann. Eigentlich ist dies ja heute keine richtige Insel mehr, da sie über Dämme mit dem Festland verbunden ist. Der Philipsdam trennt auch die Ooster­schelde vom Volkerak ab. Dadurch ergibt sich eine kuriose Situation: westlich des Damms hat es Salzwasser, östlich davon Süsswasser. In der Mitte des Damms gibt es eine Schleuse, um den Schiffsverkehr zwischen den Gewässern zu ermöglichen. Dabei wird durch ein ausgeklü­geltes System eine Durchmischung von Salz- und Süssgewässer verhindert.

Unmittelbar bei der Schleuse gibt es einen Aus­sichtsturm, den ich besteige. Man hat von hier oben eine atemberaubende Aussicht über die zeeländische Landschaft.

 

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Am Schelde-Rijnkanaal

 

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Schleuse am Philipsdam

 

Weiter geht die Fahrt über den Damm und schliesslich erreiche ich die (Halb)Insel Schouwen-Duiveland. Das Dorf Bruinisse lasse ich hinter mir und folge der Landstrasse durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet nach Zierikzee.

Gegen 18 Uhr erreiche ich das kleine histori­sche Städtchen. Am Zuidhavenpoort, einem von drei Stadttoren, das aus dem 15. Jahr­hun­dert stammt, fahre ich in die Altstadt hinein. Gleich dahinter befindet sich der alte Stadts­hafen von Zierikzee, wo noch einige alte Segel­boote vertäut liegen. Mein Hotel liegt nicht weit davon entfernt, nach einer kurzen Velo­fahrt erreiche ich es.

 

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Zierikzee

 

Nachdem ich mich etwas ausgeruht habe, mache ich nochmals einen kleinen Stadtrundgang, der mich unter anderem zum Rathaus führt, das einen grossen, prunkvollen Turm besitzt.

 

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Blick an der Fassade des Rathauses hoch

 

So, jetzt ist Nachtruhe angesagt. Welterusten!

 

Technische Daten dieser Etappe:

Fahrradkilometer: 67, flach

Eisenbahnkilometer: ca. 80

 

 

6. Tag: Zierikzee – Middelburg

 

Heute ist eine eher kurze Etappe angesagt. Von Zierikzee geht es über rund 45 Kilometer in die Zeeländische Hauptstadt Middelburg.

Als ich an diesem Morgen um etwa halb neun in den Frühstücksraum des Hotels stolpere, bin ich tatsächlich der einzige, der sich an den Tisch setzt. Wo mögen nur die anderen Gäste sein? Na ja, es muss mich ja nicht kümmern und so schlage ich mir erst mal den Bauch voll.

Beim Auschecken bleibt noch Zeit für ein kleines Gespräch mit der Hotelangestellten. Ich erzähle ihr von meiner Radreise, wir freuen uns beide über das herrliche Wetter und als sie mir die Rechnung aushändigt, fragt sie mich, wo mein Wohnort denn liege. Ich erkläre ihr, dass das in der Schweiz ist. „Oh, dann sind Sie ausgewandert?“, fragt sie dann.

„Nein, ich bin Schweizer“, erkläre ich.

„Oh, und Sie sprechen so perfekt Niederländisch? Ich habe Sie die ganze Zeit für einen Niederländer gehalten!“

Na ja, gelernt ist gelernt!

Einmal mehr besteige ich mein Fahrrad und nach einem kurzen Abstecher zum Hafenkanal fahre ich südwärts zur Zeelandbrug. Die Zeelandbrug ist eine etwa 5 km lange Brü­cke, die den Meeresarm Oosterschelde über­quert und die beiden Inseln Schouwen-Duive­land und Noord-Beveland miteinander verbin­det.

Bei ihrer Eröffnung 1965 war die Zeelandbrug die längste Brücke Europas. Sie wurde gebaut, um eine bessere Nord-Süd-Verbindung im Be­reich der zeeländischen Inseln zu gewährleis­ten. Die Brücke besitzt 54 Pfeiler.

 

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Hafenkanal in Zierikzee

 

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Zeelandbrug

 

Um Viertel nach zehn fahre auch ich mit meinem Fahrrad auf die Brücke und radle hin­über. Zum Glück gibt es auch auf der Brücke einen von den Fahrbahnen abgetrennten Rad­weg.

Nach etwa einer Viertelstunde habe ich wieder festen Boden unter den Rädern und befinde mich nun in Colijnsplaat auf der Insel Noord-Beveland.

Nun radle ich in westlicher Richtung weiter, immer der Küste entlang. Nach etwa 17 Kilometer Fahrt erreiche ich den Oosterscheldedam, wo die Anlagen des Oosterscheldekering eindrücklich zu bestaunen sind. Dies ist ein gewaltiges Sturmwehr, das bei Unwettern die Oosterschelde gegen die Nordsee abschirmen kann. Es ist Teil der Deltawerke.

 

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Das Oosterscheldekering

 

Nachdem ich mich am Sandstrand etwas ausgeruht habe, geht die Fahrt weiter über den Veersegatdam hinüber auf die Halbinsel Walcheren. Danach halte ich mich links und folge dem Ufer des Veerse Meers nach Veere. Das Wetter verschlechtert sich nun. Die Sonne ist verschwunden und es kommt Wind auf. Aber immerhin bleibt es trocken.

Kurz bevor ich das Städtchen erreiche, fahre ich an der Windmühle „de Koe“ vorbei. Am Fusse dieser Mühle liegt eine Kuhweide. Noch Fra­gen, weshalb die Mühle „die Kuh“ heisst?

 

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Windmühle „de Koe“ in Veere

 

Veere kenne ich bereits vom Vorjahr, als ich es schon besuchte. Es ist ein hübsches klei­nes Fischerstädtchen, wo heute vor allem der Wassersport eine wichtige Rolle spielt. Im Ha­fen liegen denn auch viele moderne Segel­jachten.

 

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Das Städtchen Veere

 

Nach einem kleinen Rundgang durch das Städt­chen steige ich wieder auf mein Fahrrad und radle weiter in Richtung Middelburg. Knapp 10 km sind es bis dort.

Auch Middelburg hatte ich bereits im Vorjahr besucht. Ich radle ein bisschen durch die Innenstadt. Es ist gerade Markt. Vorbei geht es am prunkvollen Rathaus, zur Abdij mit dem dazugehörigen Kirchturm, der „de lange Jan“ genannt wird. Den Turm kann man für ein paar Euros besteigen. Ich nutze das Angebot und lasse meinen Blick von oben über die Stadt schweifen.

 

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Rathaus von Middelburg

 

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Aussicht vom „Lange Jan“ über Middelburg

 

Nun radle ich zum Hotel, in welchem ich ein Zimmer für diese Nacht gebucht habe. Es liegt am Südrand der Stadt. Als Abendessen gibt es heute einen Imbiss im Mc Donald’s gleich neben dem Hotel, dann geht’s ab in die Federn! Es ist die letzte Nacht, die ich in den Niederlanden verbringe. Morgen geht es hinüber nach Belgien.

 

Technische Daten dieser Etappe:

Fahrradkilometer: 48, flach

 

 

7. Tag: Middelburg – Brügge

 

Die erste Etappe des heutigen Tages führt mich nach Vlissingen. Dies ist die Nachbarstadt von Middelburg und liegt an der Westerschelde. Von hier kann man die Fähre nehmen hinüber nach Breskens auf Zeeuws-Vlaanderen, dem südwestlichsten Zipfel der Niederlande.

Das Wetter ist heute bedeckt, von der Sonne sieht man nichts. Aber es regnet zumindest nicht.

Bevor ich die Fähre besteige, schaue ich mir aber noch die Stadt ein bisschen an. An der Uferpromenade begegne ich einer Windmühle, die sich Oranjemolen nennt. Es ist eine Kornmühle, die aus dem 17. Jahrhundert stammt.

 

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Oranjemolen in Vlissingen

 

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Stadtansicht von Vlissingen mit dem Yachthafen im Vordergrund

 

Um Viertel vor zwölf gehe ich an Bord der Fähre nach Breskens. Früher beförderte die Fähre auch Autos, doch seit der Eröffnung des 6,6 km langen Westerscheldetunnels zwischen Ellewoutsdijk und Terneuzen im Jahre 2003 steht die Fährverbindung zwischen Vlissingen und Breskens nur noch dem Fussgänger- und Fahr­radverkehr zur Verfügung.

 

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Mein Velo auf der Fähre

 

Die Westerschelde, die ich gerade überquere, ist der Zufahrtskorridor zum Hafen von Antwerpen; einer der grössten Häfen Europas. Deshalb kann ich hier auch viele grosse Frachter beobachten, die dieses Gewässer befahren

 

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Frachter auf der Westerschelde vor der Kulisse von Vlissingen

 

Nach etwa einer halben Stunde legt die Fähre in Breskens an. Ich radle nun entlang der Küste bis nach Cadzand, wobei ich einen Leuchtturm und einige ornithologisch interessante Teiche passiere. Ich sehe unter anderem Nonnengänse, Austernfischer, Säbelschnäbler und jede Menge Graugänse. In Cadzand esse ich etwas zu Mittag.

 

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Leuchtturm bei Breskens

 

Nun geht die Fahrt landeinwärts nach Sluis. Obwohl es Sonntag ist, haben die Läden hier traditionell geöffnet. Ein entsprechend grosser Rummel ist im Gange, vor allem viele Grenzgänger aus dem nahen Belgien sind unterwegs. Nachdem ich mich kurz in die Fussgängerzone gewagt habe, wird mir der Trubel zu viel und ich radle weiter.

 

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Kanal Damse Vaart in Sluis

 

Ich folge nun dem Kanal Damse Vaart, der mich bis in mein heutiges Tagesziel Brügge begleiten wird. Der Kanal wird beidseitig gesäumt von unzähligen Bäumen. Bereits nach kurzer Zeit passiere ich die Grenze nach Belgien, ohne es zu merken.

 

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Damse Vaart

 

Schon bald erreiche ich jene Stelle, wo der Kanal Damse Vaart den Kanal Leopoldsvaart kreuzt. Hier ist der Damse Vaart auch unterbro­chen. Der Damse Vaart wurde übrigens zu Mit­te des 19. Jahrhunderts errichtet, auf Befehl von Napoleon. Deshalb wird er gelegentlich auch Napoleonvaart genannt.

Um 16 Uhr erreiche ich Damme, ein kleines mittelalterliches Städtchen direkt am Kanal. Als im 19. Jahrhundert der Kanal erstellt wurde, musste hier ein ganzes Quartier geopfert wer­den. Damme soll der Geburtsort sein von Till Eulenspiegel.

Ausserdem gibt es in Damme einige sehens­werte alte Gebäude, zum Beispiel das Rathaus, ein hübsches Beispiel brabantischer Gotik, die Onze-Lieve-Vrouwekerk oder auch die „witte molen“ (die weisse Mühle), eine Windmühle, die am Kanal steht.

 

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Rathaus in Damme

 

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Weisse Mühle in Damme

 

Nach knapp einer halben Stunde Aufenthalt in Damme radle ich weiter dem Kanal entlang in Richtung Brügge. Nach einigen Minuten begeg­ne ich einem kleinen Mississippi-Dampfer, der im Sommerhalbjahr täglich zwischen Brügge und Damme pendelt. Der Dampfer heisst „Lamme Goedzak“.

 

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Der kleine Raddampfer auf dem Damse Vaart

 

Brügge rückt in Sichtweite. Schon von weitem ist die Liebfrauenkirche zu sehen. Die Geschichte dieser Stadt ist geprägt von Hochs und Tiefs. Im späten Mittelalter war es die reichste Stadt Nordeuropas, der Handel mit orientalischen Waren blühte auf, prunkvolle Wohnpaläste entstanden im Stadtzentrum; doch dann versandete der Zugang zur Nordsee und die reichen Kaufleute verliessen Brügge. Die Stadt fiel in einen Dornröschenschlaf, es war kein Geld da für neue Quartiere, die Industrialisierung im 19. Jahrhundert ging auch weitgehend an Brügge vorbei.

Dank dem jahrhundertelangen Stillstand ist die historische Innenstadt fast unverändert erhalten geblieben und übt heute eine hohe Anziehungskraft auf Touristen aus.

Als ich ins Zentrum von Brügge radle, staune auch ich über diese Märchenstadt. Doch anstelle vieler Worte platziere ich hier lieber ein paar Bilder:

 

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Ich checke ein in meinem Hotel, das sich mitten im historischen Zentrum befindet. Nachdem ich mich bei einem Bad entspannt habe, wage ich mich nochmals raus in die Nacht, um noch ein paar Fotos von den beleuchteten Gebäuden zu machen.

 

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Technische Daten dieser Etappe:

Fahrradkilometer: 50, flach

Fährkilometer: 6.3

 

 

8. Tag: Brügge – Gent

 

An diesem Vormittag finde ich mich gegen halb elf am Bahnhof von Brügge ein. Ich möchte mein Fahrrad in den Regionalzug in Richtung Gent verladen, doch ich finde nirgends ein Fahrradabteil. Deshalb wende ich mich an den Schaffner, der gerade in ein Gespräch mit dem Lokführer vertieft ist und erkläre ihm, dass ich mein Fahrrad gerne verladen würde.

Der Schaffner ist ziemlich gesprächig. Er nimmt mein Velo entgegen, verlädt es im Gepäckabteil und kündigt an, es am Zielbahnhof wieder auszuladen. Ziemlicher Vollservice, würde ich meinen. Ich selber setze mich in ein Abteil der zweiten Klasse und los geht die Reise.

Nach einer halben Stunde erreichen wir Aalter. Hier steige ich aus und nehme mein Fahrrad wieder in Empfang.

Ein Bahnangestellter steht auf dem Zwischen­perron, auf welchem auch ich stehe, als der Zug wieder abfährt. Er fragt mich, auf welche Seite der Gleise ich will.

„Auf diese Seite“, erkläre ich und zeige nach Süden.

„Gut, dann gehen wir gleich über die Gleise“; meint der Mann.

„Darf ich denn das?“ frage ich skeptisch. Der Mann grinst.

„Wenn ich dabei bin schon“, erklärt er.

Aalter ist eine kleine Stadt auf halbem Weg zwischen Brügge und Gent und zählt gut 13‘000 Einwohner. Allerdings habe ich keine Zeit, um die Stadt näher anzuschauen. Ich steige auf mein Fahrrad und radle los in südwestliche Richtung. Das Wetter ist bewölkt, aber trocken. Mein nächstes Ziel ist die Leie, eine urbane Flusslandschaft mit altem Baumbestand in der Nähe von Gent.

Während ich durch die flämische Landschaft fahre, die weitgehend als Weideland genutzt wird, stelle ich fest, dass die Radwege hier nicht so komfortabel sind wie in den Niederlanden. Teilweise gibt es keine von der Strasse abgetrenn­te Radwege und teilweise wird man als Radler auf ein schmales Trottoir geleitet. Zudem lässt die Beschilderung doch etwas zu wünschen übrig.

 

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Flämische Landschaft zwischen Lotenhulle und Poesele

 

Kurz nach 13 Uhr erreiche ich die Flussland­schaft der Leie. Ich lasse mein Velo stehen und laufe etwas den Uferwegen entlang. Der Wind ist aufgekommen und lässt die alten Bäume schaukeln. Es macht wahrhaft einen mysti­schen Eindruck.

Die Leie entspringt in Nordfrankreich und mün­det in Gent in die Schelde. Im Bereich Bachte – Astene, wo ich mich eben befinde, wurde der Lauf des Flusses zum Teil mittels Ka­nälen ver­kürzt. Dadurch sind abgeschnittene Flussarme entstanden, die nun in dieser urtüm­lichen Landschaft romantisch daliegen. Ich setze mich einen Moment ans Ufer und geniesse die fri­sche Luft sowie die Aussicht auf diese unver­baute Landschaft.

 

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Urtümliche Flusslandschaft an der Leie bei Gent

 

Um 14 Uhr steige ich wieder auf mein Fahrrad und breche auf nach Gent. Ich gebe mir Mühe, mich bei der verwirrenden Signalisation der Radwege zurecht zu finden. Schliesslich fahre ich entlang der Bahnstrecke in westliche Richtung.

Der Weg nach Gent ist doch weiter als ich ge­dacht habe. Bei Sint-Denijs-Westrem treffe ich auf die Hauptstrasse und fahre an dessen Rand in Richtung Stadtzentrum. Ich überquere den Kanal Ringvaart und steuere dann den Bahnhof Gent-Sint-Pieters an. Dort am Bahn­hofsplatz befindet sich nämlich das Hotel, wo ich ein Zim­mer reserviert habe.

Beim Einchecken ergibt sich eine lustige Situation. Der Portier will meinen Pass sehen. Ich gebe ihm meine Identitätskarte, worauf der Mann seinen skeptischen Blick zwischen dem Dokument und meinem Gesicht hin- und her pendeln lässt. Dann fragt er mich, ob ich sicher sei, dass das meine ID ist. Als ich bejahe, erklärt er mir, dass dies eine Schweizer Identitätskarte sei, dass ich jedoch Niederländisch spräche mit holländischem Akzent. Doch nach ein paar Sätzen Schweizerdeutsch, von welchen er mit Bestimmtheit kein einziges Wort verstanden hat, scheint er mir doch abzunehmen, dass ich der rechtmässige Eigentümer der ID bin und begleitet mich auf mein Zimmer. Kurz darauf verlasse ich das Hotel wieder, schwinge mich wieder auf mein Fahrrad und radle ins Zentrum der Stadt.

Inzwischen ist das Wetter besser geworden. Die Wolken reissen immer mehr auf und geben den Blick frei auf den blauen Himmel. Und auch die Sonne lacht nun von oben herab.

So macht das Radeln doch gleich doppelt soviel Spass, obwohl es nicht gerade einfach ist, sich im Stadtverkehr zurecht zu finden. Das Radeln ist hier weniger komfortabel als in Amsterdam!

In der Innenstadt von Gent spürt man schnell, dass dies einmal eine sehr erfolgreiche Han­delsstadt gewesen sein muss. Viele reich ver­zierte Häuser säumen die Strassen. Mächtig ragen die Türme der Sint-Niklaaskerk, der Sint-Baafskathedraal sowie der Belfort in den Him­mel. Auch die alte Burg Gravensteen zieht die Blicke auf sich. Es ist die einzige übriggeblie­bene mittelalterliche Burg in Flandern mit in­taktem Verteidigungssystem.

Am meisten beeindruckt mich jedoch die Häu­serzeile am Graslei. Die Fassaden der Wohn­häuser an diesem Kanal sind hier besonders reich verziert.

 

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Der Graslei in Gent

 

Nun fahre ich weiter, vorbei am Dampoort, einem grossen verkehrsreichen Platz, bis zur Azaleastraat. Hier wohnen Ver­wandte von mir, denen ich nun einen Besuch abstatte.

Wir unterhalten uns über viele verschiedene Dinge. Jan erzählt mir über das Verhältnis der Flamen zu den Wallonen in Belgien, wir spre­chen über Brauereien und Jan zeigt mir die Bil­der, die er gezeichnet hat mit Kirchenmoti­ven aus Gent. Zudem überbringe ich die vielen Grüsse, die ich aus der Schweiz mitgenommen habe. Ich bleibe fast zwei Stunden und werde dann sogar noch zum Essen eingeladen. Gegen 19 Uhr verabschiede ich mich und radle zurück zu meinem Hotel.

Um 20 Uhr breche ich nochmals in die Innen­stadt auf, da ich noch ein paar Nachtfotos ma­chen will. Die Gebäude sind herrlich beleuch­tet.

 

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Nochmals der Graslei, diesmal nachts

 

So, jetzt ist es aber wirklich Zeit fürs Bett. Gute Nacht!

 

Technische Daten dieser Etappe:

Fahrradkilometer: 45, flach

Eisenbahnkilometer: ca. 23

 

 

9. Tag: Gent – Antwerpen

 

Nachdem ich aus meinem Hotel ausgecheckt habe, begebe ich mich hinüber zum Bahnhof. Auf dem Weg dorthin nehme ich noch mein Fahrrad mit, das ich am Abend zuvor am ausgedehnten Fahrradständer abgestellt habe.

 

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Bahnhof Gent-Sint-Pieters, gesehen von meinem Hotelfenster

 

Am Bahnhof Gent-Sint-Pieters gehe ich zuerst an den Fahrkartenschalter, um mein Billet zu lösen. Bereits gestern in Brügge habe ich fest­gestellt, dass die Fahrkartenautomaten der bel­gischen Staatsbahnen weder mein Bargeld, noch meine Maestro-Karte und auch nicht mei­ne Kreditkarte akzeptieren. Deshalb muss ich hier in Belgien die Fahrkarten immer am Schal­ter lösen.

Schliesslich finde ich mich auf dem Bahnsteig ein. Mein heutiges Ziel heisst Antwerpen und einen Teil des Weges dorthin werde ich mit dem Zug zurücklegen. Konkret werde ich bis Sint-Niklaas den Zug nehmen, die restlichen ca. 23 Kilometer radle ich.

Ich lasse mein Fahrrad also in den Intercity verladen, der in Richtung Antwerpen fährt und steige ein. Nach knapp halbstündiger Fahrt ha­ben wir Sint-Niklaas erreicht. Ich steige aus und nehme mein Velo wieder in Empfang. Der Bahnhof von Sint-Niklaas ist eine moderne Neukonstruktion. Ich mache mich nun auf eine kleine Stadtrundfahrt durch Sint-Niklaas.

Die Geschichte von Sint-Niklaas beginnt im 13. Jahrhundert, als hier eine Kirche errichtet wur­de zu Ehren des Heiligen Niklaus von Myra. Heute zählt die Stadt rund 70‘000 Einwohner und ist auch dafür bekannt, dass sie den gröss­ten Marktplatz Belgiens besitzt. Er ist 3,2 ha gross.

Während meiner Stadtrundfahrt gelange ich natürlich auch auf den erwähnten Marktplatz. An dessen Rand steht das hübsche, reich ver­zierte Rathaus. Trotzdem mag der Platz bei wei­tem nicht mithalten mit den prunkvollen Innen­städten von Brügge und Gent.

 

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Marktplatz Sint-Niklaas mit Rathaus

 

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Sint-Niklaas ist de Witte Molen, eine weisse Windmühle von 1696, die als Kornmühle gebraucht wurde.

 

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De witte Molen

 

Um viertel nach zwölf mache ich mich auf den Weg mit dem Fahrrad in Richtung Antwerpen. Wie schon den ganzen Morgen ist das Wetter auch jetzt noch stark bewölkt, von der Sonne ist nichts zu sehen.

Der erste grössere Ort, den ich erreiche, ist Beveren. Hier mache ich einen Zwischenstopp und esse zu Mittag. Danach geht die Fahrt weiter nach Zwijndrecht. Anschliessend fahre ich südwärts weiter, unterquere die Autobahn und erreiche bei Burcht den Fluss Schelde. An dessen Nordufer radle ich ostwärts, Richtung Antwerpen.

Bald taucht auf der anderen Seite der Schelde der Turm der Kathedrale von Antwerpen auf. Der Fluss Schelde ist an dieser Stelle etwa 400 Meter breit und strömt unmittelbar westlich des Stadtzentrums vorbei. Auf dem ganzen Stadtgebiet von Antwerpen gibt es keine Brü­cke über diesen Fluss. Dafür sind mehrere Un­terführungen gebaut worden. Tunnels für Fuss­gänger und Radfahrer sind genauso vorhanden wie solche für Verbindungsstrassen, ganze Autobahnen und Eisenbahnlinien.

Ich benutze nun einen Tunnel für Radfahrer und Fussgänger und gelange somit auf die an­dere Seite der Schelde. Dort radle ich dem Ufer entlang in nordöstlicher Richtung und biege dann rechts ab zum Grote Markt.

Der Grote Markt ist ein grosser Platz im Stadt­zentrum, der von vielen alten reich verzierten Gebäuden gesäumt ist. Auf der Westseite des Platzes steht das prächtige Stadthaus, dessen Fassade von unzähligen Flaggen der verschie­densten Länder dieser Welt geschmückt ist. Auf der Nordseite stehen einige besonders reich verzierte Wohnhäuser und in der Mitte des Platzes steht der Brabobrunnen. Auf diesem Springbrunnen ist eine Bronzefigur dargestellt, die sich in Wurfpose befindet.

 

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Rathaus von Antwerpen

 

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Grote Markt in Antwerpen mit dem Brabobrunnen im Vordergrund

 

Die Figur erinnert an die Legende um die Stadt­gründung Antwerpens. Man sagt, ein Rie­se ha­be damals an der Schelde von den vorbei­fah­renden Schiffern Wegzoll verlangt. Konnten sie nicht bezahlen, habe er ihnen die rechte Hand abgehackt. Silvius Brabo nahm den Kampf auf mit dem Riesen und warf nach seinem Sieg des­sen abgehackte Hand in die Schelde. Der Name Antwerpen soll von dieser Aktion stam­men (niederländisch: hand werpen = Hand wer­fen). Dieser Zusammenhang wird aber von His­tori­kern angezweifelt.

Nur wenige Schritte vom Grote Markt entfernt befindet sich die Onze-Lieve-Vrouwekathe­draal, die Kathedrale Antwerpens. Eine wahr­haft mächtige Erscheinung! Wenn man davor steht kommt man sich sooo klein vor. Der Nordturm der Kathedrale ist 123 Meter hoch und damit der höchste Kirchturm Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs zusammen.

Mit dem Bau der Kathedrale wurde 1352 be­gonnen, danach wurde fast 200 Jahre lang da­ran gebaut. Der Nordturm wurde in die Liste der UNESCO-Weltkulturerben aufgenommen. Der südliche Turm hingegen erreichte seine ur­sprünglich geplante Höhe wegen finanziellen Problemen nicht.

Gegen halb fünf checke ich in dem Hotel ein, in welchem ich vorgängig ein Zimmer gebucht habe. Es befindet sich direkt gegenüber des Hauptbahnhofs. Ich lasse mein Gepäck hier und begebe mich dann wieder ins Zentrum.

Inzwischen haben die Wolken aufgerissen und die Sonne scheint auf Antwerpen hinab. Ich schlendere noch einmal durchs Zentrum, ma­che Fotos von diversen Gebäuden und der Ka­thedrale.

 

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Kathedrale von Antwerpen

 

Nach einem kleinen Imbiss mache ich mit dem Fahrrad noch eine kleine Tour durch den Hafen. Dabei sehe ich natürlich nur einen Bruchteil davon, denn der Hafen ist riesig.

Auf dem Weg zurück zu meinem Hotel mache ich noch einen kleinen Abstecher zum Haupt­bahnhof. Der 1905 eröffnete Bahnhof hat eine Kuppel auf dem Hauptgebäude und wird daher im Volksmund auch „Spoorwegkathedraal“ (Eisenbahnkathedrale) genannt. Die Fassade wird gerade saniert und ist eingerüstet, doch im Innern schwappt einem der ganze Prunk vergangener Zeiten entgegen. Es ist eine der schönsten Empfangshallen, die ich je gesehen habe.

 

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Empfangshalle Hauptbahnhof Antwerpen

 

Nun geht es aber zurück ins Hotel und ins Bett, um für den nächsten Tag bereit zu sein!

 

Technische Daten dieser Etappe:

Fahrradkilometer: 28, flach

Eisenbahnkilometer: ca. 30

 

 

10. Tag: Antwerpen – Brüssel

 

Um halb zehn steige ich an diesem Morgen auf mein Fahrrad und radle südwärts aus Antwerpen hinaus. Mein heutiges Ziel heisst Brüssel; der Weg dorthin ist etwa 50 km lang und es ist geplant, die ganze Strecke mit dem Fahrrad zurück zu legen. Das Wetter ist herrlich.

Nach zwei Stunden Fahrt erreiche ich Boom. Dies ist eine kleine Stadt mit rund 16‘000 Ein­wohnern am Fluss Rupel, der nur 12 km lang ist und in die Schelde mündet. Ich überquere den Fluss auf einer Brücke und fahre weiter in Rich­tung Klein Willebroek.

 

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Boom mit dem Fluss Rupel im Vordergrund

 

Klein Willebroek ist ein kleines Dörfchen mit einem Yachthafen und liegt wie Boom an der Rupel, jedoch am gegenüberliegenden Ufer des Flusses.

Klein Willebroek wirkt sehr idyllisch und mitten im Dorf steht eine alte Ziehbrücke. Hier setze ich mich an den Hafen und ruhe mich kurz aus.

 

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Klein Willebroek

 

Nun geht es weiter in die eigentliche Stadt Willebroek. Willebroek liegt am Brüssel-Schelde-Kanal, auf welchem regelmässig grössere Frachtschiffe verkehren. Im Zentrum der Stadt gibt es eine Strassenbrücke, die sogenannte „Vredesbrug“ (Friedensbrücke). Dies ist eine stählerne Hebe­brücke, dessen Fahrbahn angehoben werden kann, um Schiffe passieren zu lassen. Für Bin­nenschiffe wird die Fahrbahn lediglich um 8 Meter gehoben, sie kann für Seeschiffe aber auch bis 35 Meter angehoben werden. Mit ihrer auffallenden metallenen Struktur ist die blaue Brücke schon von weitem zu sehen.

Der Name der Brücke rührt daher, dass die britischen Alliierten 1944 diesem Kanal entlang folgten, um Antwerpen zu befreien. In der Um­gangssprache wird die Brücke aber auch „Brug der Zuchten“ (Brücke der Seufzer) genannt, weil vor dem Bau der Umfahrungsstrasse Mitte der 1990er Jahre der ganze Ost-West-Verkehr durch die Stadt und über diese Brücke fuhr, was oft zu langen Kolonnen und somit zu Seuf­zern bei den Automobilisten führte, wenn die Brücke zum Durchlass von Schiffen angehoben wurde.

 

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Vredesbrug in Willebroek. Gerade ist die Brücke leicht angehoben, um ein Schiff passieren zu lassen.

 

Nach einer kurzen Pause breche ich um 13 Uhr wieder auf. Eigentlich hätte ich dem Brüssel-Schelde-Kanal weiter nach Tisselt fahren wol­len, doch eine Baustelle macht die Strasse un­passierbar. So ändere ich meine Pläne und fah­re in südöstlicher Richtung weiter nach Breen­donk. Danach benutze ich den Radweg, der der Autostrasse entlang südwärts führt. Leider muss ich feststellen, dass der Radweg nach rund anderthalb Kilometern im Nichts endet und stehe damit vor der Entscheidung, mit dem Fahrrad auf die Autostrasse zu wechseln oder auf dem Radweg zurück nach Breendonk zu fahren. Ich entscheide mich vernünftigerweise für die zweite Variante.

Zurück in Breendonk nehme ich nun ein Land­strässchen, das südwärts führt. Da das Strässchen nicht angeschrieben ist, habe ich allerdings keine Ahnung, wohin ich fahre. Zum Glück scheint die Sonne, an welcher ich mich orientieren kann. Deshalb weiss ich, dass ich wenigstens ungefähr in die korrekte Richtung fahre.

Das nächste Dorf, das ich erreiche, heisst Lon­derzeel. Von hier fahre ich in südöstlicher Rich­tung weiter, doch die Strasse endet abrupt an der Einfahrt auf eine Autostrasse. Die Radweg­infrastruktur hier in Belgien ist leider bei wei­tem nicht vergleichbar mit den zahlreichen ge­pflegten und vorbildlich beschilderten Radwe­gen in den Niederlanden.

Ein Tipp zwischendurch für alle, die in Belgien radeln wollen: Folgt wenn möglich nie der üblichen Strassenbeschilderung! Das Strassennetz ist auf Automobilisten zugeschnitten und viele Strassen enden an einer Einfahrt auf eine Autobahn oder Autostrasse. Als Radler steht man dann jeweils in der Sackgasse!

Ich überquere die Autostrasse auf einem Fuss­gängerstreifen (ja, es gibt tatsächlich einen Fussgängerstreifen über die vierspurige Auto­strasse!) und radle dann über das Dörfchen Westrode weiter südwärts. Bei Wolvertem überquere ich die Autostrasse auf einer Brücke und erreiche danach Meise, eine Vorortsge­meinde von Brüssel. Hier gibt es einen bekann­ten botanischen Garten, dem ich ursprünglich einen Besuch abstatten wollte. Doch weil ich wegen den Irrfahrten spät dran bin und weil das Wetter nun umzuschlagen beginnt, fahre ich gleich weiter nach Brüssel.

Von weitem sehe ich bereits die silbernen Kugeln des Atomiums. Doch bevor ich dieses Brüsseler Wahrzeichen erreiche, passiere ich noch das Fussballstadion König Baudouin. An dieser Stelle ereignete sich 1985 ein Drama im alten Heysel-Stadion während des Endspiels des Europapokals der Landesmeister. 39 Menschen starben bei Tumulten oder wurden unter einstürzenden Mauern des baufälligen Stadions begraben.

 

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Atomium

 

Das Atomium macht einen gewaltigen Ein­druck, wenn man direkt darunter steht. Es ist 102 Meter hoch und die neun Kugeln haben einen Durchmesser von je 18 Metern. In den Röhren zwischen den Kugeln befinden sich zum Teil Rolltreppen und Lifte, die einige der Kugeln für Besucher erschliessen. In der obersten Kugel befindet sich ein Restaurant.

Das Atomium symbolisiert Atomzeitalter und die friedliche Nutzung der Kernenergie.

Wegen meiner Verspätung verzichte ich darauf, das Atomium zu besteigen. Stattdessen fahre ich weiter ins Zentrum von Brüssel. Ich passiere den imposanten Dom von Laken und mache mich auf die Suche nach dem Brüsseler Nord­bahnhof, wobei ich mich als erstes einmal hoff­nungslos verfahre.

 

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Dom von Laken

 

Schliesslich versuche ich, auf einem Netzplan der Brüsseler Trambetriebe die Orientierung wieder zu erlangen. Danach fahre ich der Strassenbahn hinterher, die zum Nord­bahnhof fährt. Dabei passiere ich einige Stras­senkreuzungen, auf denen der Verkehr von Verkehrspolizisten geleitet wird. Doch die Autofahrer befolgen die Anweisungen der Po­lizisten nur bedingt. Mit Trillerpfeifen versu­chen sich die Beamten Gehör zu verschaffen – ein hoffnungsloses Unterfangen!

Nun stelle ich als nächstes fest, dass ich es versäumt habe, zu Hause einen Stadtplan Brüs­sels auszudrucken mit dem Standort des Ho­tels, das ich gebucht habe. Die stationären Plä­ne sind kaum zu gebrauchen, da dort immer nur ein kleiner Stadtteil abgebildet ist.

Nachdem ich einige Zeit ziellos herumgeirrt bin, stelle ich gegen 18 Uhr mein Fahrrad am Nord­bahnhof ab und lasse mich von einem Taxi zu meinem Ho­tel bringen, wo ich einchecke. Dabei kommen meine bröckelnden Französisch-Kenntnisse zur Anwendung, da hier leider nie­mand nieder­ländisch spricht.

Das Hotel liegt gelinde gesagt in einem Ab­bruchviertel. Durch das Fenster meines Zim­mers sehe ich in den Hinterhof hinaus auf brö­ckelnde Mauern und baufällige Hütten. Und der Geruch… Aber lassen wir das, man kann das Fenster ja geschlossen halten!

Nun ruhe ich mich erstmals etwas aus und mache mich dann etwa um 20.30 Uhr zu Fuss auf zum Nordbahnhof, wo ich mein Velo abhole und damit ins Zentrum fahre. Ich besuche die Kathedrale St. Michael und St. Gudula, die die Hauptkirche der Stadt Brüssel ist. Die Kathedrale sieht zwar beeindruckend aus, ist aber längst nicht so imposant wie jene in Antwerpen.

Nun zieht es mich weiter zum Grote Markt, auch La grande Place genannt. Hier stehen die prunkvollsten und eindrucksvollsten Häuser der Brüsseler Altstadt. Auf der einen Seite des Platzes steht das imposante Rathaus, auf der anderen Seite das Broodhuis bzw. Maison du Roi. Dazwischen sind reich verzierte Zunfthäu­ser zu sehen. Es sieht in der Tat beeindruckend aus!

 

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Maison du Roi bzw. Broodhuis

 

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Rathaus von Brüssel

 

Nicht weit vom Grote Markt entfernt gibt es ein weiteres bekanntes Wahrzeichen: den Manne­ken-Pis. Das ist eine kleine Statue, die einen kleinen Jungen darstellt, der gerade sein Ge­schäft erledigt. Die Figur ist schon mehrere hundert Jahre alt, wurde jedoch mehrfach ge­stohlen. Heute steht eine Kopie aus dem Jahre 1965 dort.

 

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Manneken-Pis

 

Manneken Pis ist übrigens brabantisch und bedeutet „kleiner wasserlassender Mann“.

Nun mache ich mich noch auf die Suche nach dem Südbahnhof, damit ich morgen gleich weiss, wo ich einsteigen muss. Ähnlich wie der Nordbahnhof ist auch der Südbahnhof pott­hässlich. Ein düsterer, grauer Zweckbau aus den 1960er Jahren. Die Fassaden sind schmut­zig, teilweise mit Graffitis verschmiert und bröckeln an einigen Orten. Zudem stinkt es überall schrecklich nach Urin. Das wilde Pinkeln nimmt in dieser Stadt überhaupt ein beängsti­gendes Ausmass an. In der ganzen Stadt gibt es regelmässig Pfützen, die nach Urin stinken. Aber die Brüsseler haben mit dem Manneken Pis ja auch ein glänzendes Vorbild.

Gegen halb elf Uhr kehre ich wieder zu meinem Hotel zurück. Ich begebe mich auf mein Zimmer, mache mich bettfertig und lege mich dann ins Bett. Morgen geht es nach Hause und irgend­wie freue ich mich sogar darauf. Brüssel hat mich bis jetzt jedenfalls definitiv nicht vom Hocker gehauen. Noch einen Tag länger würde ich es in dieser Stadt wohl kaum aushalten. Neben dem Uringestank und den hässlichen Bahnhöfen ist auch der Lärm der Stadt alles andere als verlockend. Fast durchgehend sind die Sirenen von Einsatzfahrzeugen zu hören. Wie kann man sich in solch einer Stadt nur wohl fühlen?

 

Technische Daten dieser Etappe:

Fahrradkilometer: 53, NICHT FLACH! (Steigungen und Gefälle auf Stadtbrüsseler Boden)

 

 

11. Tag: Brüssel und Heimkehr

 

Trotz nicht allzu positiver Vorzeichen ist die letzte Nacht in Belgien eine ruhige gewesen. Gegen 8 Uhr morgens erwache ich und gehe hinunter, um zu frühstücken. Obwohl sich mein Zimmer im 4. Stock befindet, nehme ich die Treppe, denn der Aufzug ist winzig klein. Man kommt sich vor wie in einem Speiselift, wenn man darin fährt.

Die Auswahl am  Frühstücksbuffet ist nicht ge­rade berauschend, aber was soll’s? Hunger ist schliesslich der beste Koch. So setze ich mich also auf den wackligen Stuhl, esse ein Butter­brot und trinke einen Kaffee.

Nachdem ich meine Sachen gepackt habe, checke ich um halb zehn Uhr aus. Ich steige auf mein Fahrrad, das zum Glück immer noch an dem Geländer steht, wo ich es am Abend zuvor angekettet habe, und fahre dann hinunter, ins Stadtzentrum von Brüssel. Ich passiere noch einmal den Nordbahnhof, wo ich die eleganten gläsernen Hochhäuser fotografiere. An einem von zwei identisch aussehenden Hochhäusern prangt gross die Buchstabenfolge WTC. Nach­dem das World Trade Center in New York nicht mehr existiert, ist es hier in Brüssel anschei­nend zu neuem Leben erwacht.

Immerhin hätten diese modernen Glasbauten noch einen gewissen Stil, würden sie nicht in di­rekter Nachbarschaft stehen zu hässlichen grauen, verwahrlosten Plattenbauten aus den 70er Jahren. Ich bleibe dabei: das Stadtbild von Brüssel überzeugt mich einfach nicht!

 

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Beim Nordbahnhof

 

Nun fahre ich am flämischen Regierungsgebäu­de vorbei zum Grote Markt. Noch einmal be­staune ich die grossartigen märchenhaften Ge­bäude, die hier stehen. Dieser Platz ist wirklich noch das Beste, das diese Stadt zu bieten hat. Doch nachdem ich auch hier beinahe in eine nach Urin stinkende Pfütze getreten bin, habe ich auch von diesem Platz genug.

Ich beschliesse, bereits zum Südbahnhof zu fahren, um dort auf meinen Zug nach Basel zu warten.

 

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Flämisches Regierungsgebäude

 

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Rathaus am Grote Markt bzw. Grande Place

 

Am Südbahnhof, der auf französisch Gare du Midi heisst, kaufe ich mir erstmals etwas zu essen. Dann erkundige ich mich, auf welchem Gleis mein Zug fährt und begebe mich auf den Bahnsteig. Während ich esse, schaue ich den ein- und ausfahrenden Zügen zu und den Reisenden, die den Bahnhof frequentieren. Es herrscht ein lebhafter Betrieb. Der Brüsseler Südbahnhof ist der grösste Bahnhof Belgiens, hier verkehren täglich rund 1200 Züge und etwa 100‘000 Reisende steigen jeden Tag aus und ein. Bezüglich der Publikumsfrequenz wird er allerdings vom Brüsseler Bahnhof Central noch überboten, der täglich von rund 140‘000 Reisenden benutzt wird.

Das Bahnhofsgebäude und die Perronanlagen machen allerdings einen hässlichen Eindruck. Neben dem unschönen Bahnhofsgebäude aus verschmutzten gelben Backsteinen, das mir be­reits am Vortag negativ aufgefallen ist, sehe ich nun auch, wie sanierungsbedürftig die Bahn­steige sind. Von den hölzernen Perrondächern blättert die Farbe ab, durchtrennte Kabel hän­gen herunter und baumeln im Wind, Rost frisst an den Metallträgern, Mauern bröckeln vor sich hin… Ich muss mich verfahren haben! Ist dies wirklich der grösste Bahnhof der europäischen Hauptstadt? Oder bin ich auf dem Bahnhof im Ghetto einer Grossstadt im Ostblock gelandet? Was für ein Kontrast zum prunkvollen Haupt­bahnhof in Antwerpen, nur 50 km von hier ent­fernt, der in Sachen Schönheit kaum zu über­bieten ist!

 

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Südbahnhof

 

Während ich am Südbahnhof auf meinen Zug warte, fällt mir auf, wie oft die Züge ab anderen Gleisen verkehren als auf dem Fahrplan aufge­druckt. Fast durchgehend werden Gleisände­rungen durchgegeben.

Endlich wird es halb ein Uhr mittags. Und es kommt so, wie ich es vermutet habe: auch mein Zug verkehrt ab einem anderen Gleis und so muss auch ich das Perron noch wechseln.

 

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Auf dem Bahnsteig vom Brüsseler Südbahnhof

 

Kurz vor 13 Uhr besteige ich mit meinem Fahrrad den Eurocity nach Basel. Nun geht eine wunderschöne Reise zu Ende. Eine Reise, die mich in mein geliebtes Amsterdam geführt hat, in malerische holländische Fischerdörfchen, entlang von farbenprächtigen Tulpenfeldern, auf Dämmen entlang von Seen und der Nord­seeküste und zum Schluss noch durch die prunkvollsten flämischen Städte. Neben unzäh­ligen farbenfrohen Blumen habe ich viele Wind­mühlen gesehen, unzählige malerische Kanäle und auch die märchenhaften Innenstädte Brüg­ges und Gents werden mir in Erinnerung blei­ben, genauso wie die mächtige Kathedrale von Antwerpen. Und natürlich hat auch das fast durchgehend prächtige Wetter seine positiven Spuren hinterlassen.

Doch ein Thema muss ich in diesem Kurzrück­blick doch noch erwähnen: Brüssel!

Früher hatte ich ein grottenschlechtes Bild von Brüssel. Wenn ich den Namen dieser Stadt hörte, dachte ich an brennende Kaufhäuser und Massenpaniken in baufälligen Fussballstadien. Deshalb wollte ich nach Brüssel reisen, um dieser Stadt die Chance zu geben, bei mir ein besseres Bild zu hinterlassen.

Und nun? Nun ist mein Bild von Brüssel noch viel schlechter als je zuvor! Nun sehe ich keine brennenden Kaufhäuser mehr vor mir oder Tumulte in Fussballstadien, wenn ich Brüssel höre. Jetzt denke ich an Bahnhöfe, die an Hässlichkeit und Baufälligkeit nicht mehr zu überbieten sind und in meiner Nase glaube ich den Gestank von Urinpfützen zu riechen… Na dann, prost!

Mein Zug fährt an, eine letzte Stadtrundfahrt durch Brüssel. Wir passieren den Nord-Süd-Tunnel, den Bahnhof Central und den Nord­bahnhof. Baufällige und verwahrloste Häuser ziehen am Fenster vorbei, als wolle die Stadt das Bild, das ich von ihr habe, noch ein letztes Mal nachdrücklich bestätigen.

Bald liegt Brüssel hinter uns und ich freue mich auf die Zugfahrt durch Belgien, Luxemburg und Frankreich. Eine herrliche Reise geht zu Ende, aber dich, Brüssel, dich werde ich wohl kaum vermissen!

 

Technische Daten dieser Etappe:

Fahrradkilometer: ca. 15 (innerstädtisch)

 

Noch ein kurzes Schlussfazit:

Radweginfrastruktur Niederlande: Engmaschiges Radnetz, gut beschildert und gepflegt, vorbildlich vom motorisierten Verkehr und meist auch von Fussgängern getrennt.

Radweginfrastruktur Belgien: Sehr lückenhaftes Radnetz, schlecht beschildert; Radwege enden manchmal plötzlich an Einfahrten zu Autobahnen/Schnellstrassen. Häufig muss der enge Gehsteig mitbenutzt werden, Kollisionsgefahr mit Fussgängern!

Total Radkilometer: 512 in 11 Tagen

Total Eisenbahnkilometer (exkl. Anreise): 213

Total Fährkilometer: 6.3

 

Ausserdem: Meine Radreisen durch die Niederlande und Belgien inspirierten mich zum Schreiben. Im April 2013 habe ich den Roman „Das Geheimnis vom IJsselmeer“ veröffentlicht, welcher viele Erlebnisse aus meinen Radreisen enthält, verpackt in eine fiktive Story. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich.

Interessierte finden hier weitere Infos zum Buch: http://www.schweizer-autoren.ch/ijsselm.php

Kommentare

Ein Kommentar zu “Von Amsterdam nach Brüssel

  1. Joechner, Fritz

    Hallo Herr Barmettler,
    da ich im Sommer 2014 dieselbe Tour vorhabe, bin ich von Ihrer Beschreibung sehr angetan.
    Bisher habe ich noch nichts gefunden, was auch nur annähernd Ihrer Routenbeschreibung gleichkommt. Prima!
    Was mich noch interessieren würde, ist dies, ob es für Tour geeignetes Kartenmaterial
    (Velotauglich) gibt. Sollten Sie Informationen darüber haben, wäre ich Ihnen für eine Mail dankbar.
    Grüsse aus Stuttgart
    F. Joechner

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